Hygiene & Verbrauchsmaterial
Der Preis pro Stück sagt fast nichts.
Im Waschraum entscheidet nicht der Artikelpreis, sondern die Kombination aus Material, Spendersystem und Verbrauchsverhalten. Wer nur den Stückpreis vergleicht, spart auf dem Papier und zahlt in der Praxis.
Der Waschraum ist dabei nur das deutlichste Beispiel. Dasselbe gilt für Reinigungschemie, Wischsysteme und Textilien: Erst Produkt, System und Anwendung zusammen ergeben die Kosten, die Sie am Jahresende sehen.
Warengruppen
Womit wir arbeiten.
Hygienepapier & Spender
Handtuchpapier, Toilettenpapier, Putzpapier. Die Warengruppe mit der engsten Systembindung, hier entscheidet die Spenderwahl über Jahre den Verbrauch.
Reinigungschemie
Unterhalts-, Sanitär-, Glas- und Grundreiniger, Desinfektion. Konzentrate versus Gebrauchslösung, Dosiersysteme, Gefahrstoff- und Unterweisungspflichten.
Reinigungstextilien
Wischbezüge und Tücher, Aufbereitung im eigenen Haus oder als Mietservice. Eine Warengruppe, in der die Vollkostenrechnung fast immer überrascht.
Persönliche Schutzausrüstung
Handschuhe, Schutzbrillen, Arbeitskleidung. Hier ist die Passung wichtiger als der Preis, nicht getragene Schutzausrüstung ist teurer als jede Alternative.
Geräte & Wagen
Reinigungswagen, Maschinen, Zubehör. Beschaffung mit Blick auf Ergonomie, Ersatzteile und Servicenetz, nicht nur auf den Anschaffungspreis.
Nachhaltige Alternativen
Recyclingpapier, Umweltkennzeichen, Nachfüllsysteme, Gebindereduktion. Einordnen, was tatsächlich wirkt, und was nur eine grüne Verpackung ist.
Der wunde Punkt
Gezahlt wird dreimal, verglichen wird einmal.
Erstens der Einkaufspreis. Er steht auf der Rechnung, ist leicht zu vergleichen und wird deshalb verhandelt.
Zweitens der Verbrauch. Ein Spender, der zwei Blatt statt einem ausgibt, verdoppelt die Menge. Ein Konzentrat, das falsch dosiert wird, ebenso. Diese Rechnung taucht nirgends auf, weil sie sich über zwölf Monate verteilt.
Drittens die Arbeitszeit. Nachfüllintervalle, Störungen an Spendern und Wege zum Lager sind Personalkosten. Bei den heutigen Stundensätzen ist das häufig der größte der drei Posten, und der, den niemand einer Warengruppe zuordnet.
Der Fachbegriff dafür lautet Lebenszykluskosten. Gemeint sind alle Kosten, die ein Artikel über seine Nutzungsdauer auslöst. Zu den drei Rechnungen kommt am Ende noch die Entsorgung einschließlich Gebinderücknahme. Verglichen wird üblicherweise nur die erste Rechnung.
Unser Ansatz ist deshalb nicht „günstiger einkaufen“, sondern diese drei Rechnungen zusammenführen und erst dann entscheiden.

Rahmenverträge
Was in einem guten Rahmenvertrag steht.
Ein Rahmenvertrag ist mehr als eine Preisliste mit Unterschrift. Die Punkte, die später strittig werden, stehen selten drin.
Artikelstamm mit Bindung
Verbindliche Artikelliste mit Preisen, Gebindegrößen und Mindestbestellmengen, inklusive Regelung, was passiert, wenn ein Artikel abgekündigt wird. Genau dort entsteht sonst der stille Preisanstieg.
Preisanpassung mit Regel
Wann darf angepasst werden, um wie viel, auf welcher Grundlage und mit welcher Vorlaufzeit? Eine Klausel „nach Marktlage“ ist keine Regel, sondern eine Einladung.
Spender und Systeme
Wem gehören die Spender, wer wartet sie, was passiert bei Vertragsende? Ohne Regelung ist ein Lieferantenwechsel faktisch ausgeschlossen, die Systembindung wird zum Vertrag hinter dem Vertrag.
Versorgungssicherheit
Corona hat gezeigt, wie schnell Desinfektionsmittel und Handtuchpapier knapp werden, und die geopolitische Lage hält das Thema wach. Vier Fragen gehören deshalb in jeden Rahmenvertrag: Gibt es einen zweiten Lieferanten für die kritischen Artikel? Welche Lagerreichweite halten Sie selbst vor? Lässt sich ein Artikel im Ernstfall durch einen gleichwertigen ersetzen, ohne das Spendersystem zu tauschen? Und wie ist eine Preisgleitklausel gefasst, wenn Rohstoffe sprunghaft teurer werden? Wie Sie Lieferanten danach auswählen und bewerten, steht auf Lieferantenmanagement.
Logistik und Service
Lieferfrequenz, Anlieferstellen, Notfallbelieferung, Rücknahme von Gebinden, Ansprechpartner mit Namen. Die Punkte, die im Alltag über Zufriedenheit entscheiden.
Auswertung und Transparenz
Anspruch auf regelmäßige Verbrauchsauswertungen je Standort und Artikel. Nur so lässt sich im Folgejahr prüfen, ob die Umstellung gewirkt hat.
Aus der Praxis
Was immer wieder zu entscheiden ist.
Ein Systemwechsel rechnet sich nicht von allein
Ob sich der Wechsel des Spendersystems lohnt, lässt sich nur mit Ihren Verbrauchsdaten beantworten. Ein Systemwechsel kostet Montage, Umstellung und meist eine Übergangsphase mit doppelter Bevorratung. Er rechnet sich, wenn der Verbrauch je Nutzung deutlich sinkt oder das alte System hohe Störanfälligkeit hat. Wir rechnen beides gegeneinander, bevor irgendetwas ausgetauscht wird.
Konzentrat oder Gebrauchslösung
Konzentrate sind je Anwendung fast immer günstiger und sparen Transport und Verpackung, vorausgesetzt, es wird korrekt dosiert. Ohne Dosiersystem und ohne Unterweisung verpufft der Vorteil, und im Gefahrstoffbereich entsteht zusätzlich ein Risiko. Die Antwort hängt also weniger am Produkt als an Ausstattung und Schulung.
Was Umweltkennzeichen leisten
Anerkannte Kennzeichen wie der Blaue Engel oder das EU Ecolabel sind ein belastbarer Filter für Ausschreibungen, weil die Kriterien öffentlich nachlesbar sind. Sie ersetzen aber keine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung, und Eigenlabels von Herstellern sagen allein wenig aus.
Material über den Reinigungsdienstleister beziehen
Möglich ist es, und es reduziert Ihren Aufwand. Der Preis ist dann allerdings Teil eines Gesamtpakets und kaum noch einzeln vergleichbar. Wenn Sie diesen Weg wählen, sollte der Vertrag Verbrauchstransparenz und eine Preisliste enthalten. Sonst verlieren Sie die Kontrolle über einen relevanten Kostenblock.
Passt dazu
Weiterlesen.
Geprüfte:r Einkäufer:in
Marktübersicht Hygienematerial. Bestandteil des Lehrgangs.
Beschaffungsoptimierung
Bevor Sie über Produkte sprechen: klären, was Sie überhaupt brauchen.
Lieferantenmanagement
Auswahl, Bewertung und Zweitquelle mit nachvollziehbaren Kriterien.
Beschaffung optimieren lassen.
Senden Sie uns eine Artikelliste mit Jahresmengen. Wir sagen Ihnen, wo Systembindung, Verbrauch und Preis auseinanderlaufen.
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