Lieferantenmanagement

Nachvoll­ziehbar statt gewachsen.

Lieferantenbeziehungen entstehen über Jahre und werden selten überprüft. Das ist bequem, bis jemand fragt, warum genau dieser Partner, oder bis ein Ausfall zeigt, dass es keinen zweiten gibt.

Bewertungsmodell

Bewertet wird nur, was sich messen lässt.

Ein Bewertungsmodell ist nur dann eines, wenn die Werte aus Systemen kommen und nicht aus Eindrücken. Wir setzen deshalb auf wenige Kennzahlen, die Sie ohnehin haben oder mit vertretbarem Aufwand erheben können.

Kriterium Was gemessen wird Woher die Daten kommen Gewicht
LiefertreueAnteil der Lieferungen im zugesagten Zeitfenster und in voller MengeWareneingang, Bestellsystemhoch
QualitätReklamationen je 100 Lieferpositionen, Anteil berechtigter BeanstandungenReklamationserfassunghoch
PreisstabilitätAbweichung vom vereinbarten Preis, Häufigkeit von PreisanpassungenRechnungsprüfungmittel
ServiceReaktionszeit auf Anfragen, Erreichbarkeit, Qualität der Beratungstrukturierte Rückmeldung der Bestellermittel
Nachhaltigkeit & ComplianceZertifizierungen, Nachweise entlang der Lieferkette, UmweltkennzeichenLieferantenselbstauskunft, Zertifikateje nach Pflichtenlage

Vier Aufgaben

Was Lieferanten­management leisten muss.

Nicht alles davon ist gleich dringend. Aber wer eines dauerhaft auslässt, bekommt es früher oder später als Problem zurück.

Prüfung von Toilettenpapier-Großrollen am Besprechungstisch

Auswahl

Wer kommt überhaupt infrage? Nach welchen Kriterien wird vorausgewählt: Sortimentsbreite, Logistik, Referenzen, Zertifizierungen, regionale Abdeckung? Eine dokumentierte Vorauswahl spart später jede Diskussion.

Bewertung

Wie gut arbeitet ein Lieferant tatsächlich? Liefertreue, Reklamationsquote, Reaktionszeit, Preisstabilität. Regelmäßig erhoben, nicht aus dem Gedächtnis rekonstruiert.

Entwicklung

Ein Lieferant mit Schwächen ist nicht automatisch der falsche. Häufig ist es günstiger, ihn zu entwickeln, als zu wechseln, vorausgesetzt, die Erwartungen sind schriftlich und terminiert.

Risikosteuerung

Was passiert, wenn dieser Lieferant morgen ausfällt? Bei Einzelquellen, langen Lieferketten oder Spezialprodukten braucht es eine Antwort, bevor der Fall eintritt.

Lieferkettensorgfaltspflicht

Was Sie ohnehin dokumentieren müssen.

Sorgfaltspflichten in der Lieferkette betreffen zunehmend auch Unternehmen, die selbst nicht unmittelbar verpflichtet sind, weil ihre Auftraggeber Nachweise verlangen und diese Anforderung weitergeben.

Selbstauskunft strukturieren

Ein einheitlicher Fragebogen für alle Lieferanten statt individueller Nachfragen. Einmal aufgesetzt, jährlich aktualisiert.

Risiko einordnen

Nicht jede Warengruppe trägt dasselbe Risiko. Textilien und Einweg-Produkte aus langen Lieferketten brauchen mehr Aufmerksamkeit als regional bezogene Chemie.

Nachweise ablegen

Zertifikate, Umweltkennzeichen und Erklärungen an einer Stelle, mit Ablaufdatum. Der häufigste Mangel bei Prüfungen ist nicht das fehlende Zertifikat, sondern das abgelaufene.

Praxishinweis

Fangen Sie mit zwei Kriterien an, nicht mit fünf. Ein Bewertungsmodell, das niemand pflegt, ist schlechter als keines, weil es Sicherheit vortäuscht. Liefertreue und Reklamationsquote allein erklären bereits den größten Teil der Unterschiede zwischen Lieferanten.

Aus der Praxis

Woran sich die Struktur entscheidet.

Die richtige Zahl an Lieferanten gibt es nicht

Die sinnvolle Größenordnung ergibt sich aus Warengruppen, Standorten und Risikoprofil: genug für Wettbewerb und Ausfallsicherheit, wenig genug für Bündelung und überschaubaren Aufwand. Wer eine Zielzahl vorgibt, bevor er die Struktur kennt, optimiert die falsche Größe.

Ein zweiter Lieferant, wo der Ausfall wehtut

Bei Artikeln, deren Ausfall den Betrieb stört — bestimmte Desinfektionsmittel, systemgebundene Spenderrollen, Spezialtextilien — lohnt sich der zweite Lieferant. Er muss dafür nicht dasselbe Volumen bekommen; entscheidend ist, dass die Belieferung erprobt ist und nicht erst im Ernstfall aufgesetzt werden muss.

Laufend messen, einmal im Jahr sprechen

Ein strukturiertes Jahresgespräch mit den wichtigsten Lieferanten — Rückblick auf die Kennzahlen, Erwartungen für das Folgejahr, Preisentwicklung — bringt in der Praxis mehr als jede Quartalsauswertung, die niemand liest.

Für Hersteller und Händler

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Wir bewerten Produkte und Dienstleistungen hersteller- und handelsneutral. Genau deshalb liegt uns daran, den Markt vollständig zu kennen, auch die Anbieter, die uns noch nicht begegnet sind. Besonderes Interesse haben wir an nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen, weil unsere Auftraggeber danach zunehmend fragen.

  • Aufnahme in unser Blickfeld kostet nichts, und kauft nichts.
  • Wir nehmen keine Provision, keine Boni und keine Rückvergütungen an. Eine Zusammenarbeit lässt sich bei uns nicht erwerben.
  • Ob ein Produkt in einer konkreten Ausschreibung berücksichtigt wird, entscheidet allein die Eignung für den jeweiligen Bedarf.

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Lieferantenstruktur prüfen lassen.

Wir schauen uns Ihre aktuelle Struktur an und sagen Ihnen, wo Wettbewerb fehlt, wo Risiko steckt und wo sich Bündelung lohnt.

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